Wie oft treten Akustikusneurinome auf?

Die Angaben in der internationalen Literatur schwanken stark, unter anderem weil nur selten alle Akustikusneurinome an einer zentralen Stelle registriert werden.

Für Deutschland ist uns derzeit ein Auftreten von knapp 8 Akustikusneurinomen pro 1 Million Einwohner und Jahr bekannt. Das Akustikusneurinom stellt somit nur ca. 6 % aller primär intracraniellen Tumoren, also der Tumoren, die innerhalb des Schädels entstehen.

In einer kürzlich veröffentlichten dänischen Studie [1], der die Auswertung von 2283 Fällen zugrunde liegt, stellen die Autoren für Dänemark ein Ansteigen der Fallzahlen von 1976 bis 2004 auf 22,8 pro eine Million Einwohner und Jahr fest. Nach 2004 gingen die Fallzahlen wieder leicht auf 19,4 in 2008 zurück. Die Autoren führen das Ansteigen der Fallzahlen auf

  • eine ständig verbesserte Diagnostik, beispielsweise verbesserter Zugang zu bildgebenden und audiometrischen Diagnoseverfahren
  • ein gestiegenes Bewusstsein in der Bevölkerung und Ärzteschaft für die Erkrankung
  • gestiegene Lebenserwartung

zurück. Interessanterweise konnten die Autoren der Studie auch zeigen, dass die Tumorgröße zum Zeitpunkt der Diagnose gesunken ist, von 30 mm zwischen 1979 und 1981 auf 10 mm zwischen 2003 und 2005. Das Durchschnittsalter der Patienten zum Diagnosezeitpunkt stieg im Untersuchungszeitraum von 1976 - 2008 von 49 auf 58 Lebensjahre. Das Geschlechterverhältnis (w/m) betrug 1183 zu 1100.

Seit 1976 wurden in Dänemark alle auftretenden Fälle eines Akustikusneurinoms systematisch erfasst. Dies ist in anderen Ländern nicht immer gegeben, was unter anderem ein Grund für unterschiedliche statistische Zahlen sein kann.

Beispielsweise bezifferten US amerikanische Studien das Auftreten auf 6-8 pro Million Einwohner und Jahr, während eine kanadische Untersuchung ca. 13 Fälle pro Million Einwohner und Jahr fand.

[1] Stangerup et al.; Neurosurgery, 2010 Nov;67(5):1335-40;